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Freie Wähler

Die Energiewende zu Ende gedacht

Bei der Zentralversammlung der BVB/FREIE WÄHLER am 01.08.2021, an der wir als Vertreter der Freien Wähler Borkwalde teilgenommen hatten, hielt Herr Rainer Ebeling (von der Bundesinitiative für vernünftige Energiepolitik “Vernunftkraft” und Mitglied der Freien Wähler Uckermark) unter dem Titel “die Energiewende zu Ende gedacht” einen sehr erhellenden Vortrag.

Er erklärte, dass mit Windenergie und Sonnenkraft die Energiewende nicht zu schaffen sei. Wind weht in unseren Breitengraden nicht ausreichend und die Sonne scheint nicht ständig.

Anhand von Grafiken stellte er dar, dass es über das Jahr hin viele Lücken in der Stromversorgung gäbe, wenn alles auf sog. Grünen Strom umgestellt wäre. Deutschland müsse also -aus z. B. Norwegen oder Frankreich- Strom kaufen, dies führe bei der Durchleitung zu Verlusten und wäre teuer. Zeitweilig ergibt sich aber ein Überschuss an Strom, der dann z.B. nach Polen teuer verkauft wird. Notwendig seien große Stromspeicher.

Soweit kurz zusammengefasst der Sinn seines Vortrags.

Zu diesem Thema füge ich nachfolgend meinerseits einige Gedanken hinzu, nachdem ich mich mit Vorträgen von Prof. Harald Lesch beschäftigt habe:

Bisher haben wir das Erbe der Erde ausgebeutet, das sie während einer Millionen Jahren erzeugt hat. Dieses Erbe ist endlich und sie wehrt sich und zeigt uns, dass wir mit ihr nicht verhandeln oder sie überreden können, uns neues Erbe zu schaffen, also neue Kohle, neues Gas und neues Öl.

Die Energiewende wäre nur möglich, wenn es ein Zusammenspiel mehrerer Möglichkeiten gäbe: der gesunde Menschenverstand, der Wille der Politik, der Industrie und der innovativen Wissenschaft.

Wenn die Kohlekraftwerke und die Atomenergie wegfallen und nur Wind- und Sonnenenergie Strom produzierten, gäbe es Schwankungen in der Stromversorgung, die nicht ausgeglichen werden können. Denn Wind weht nicht immer und die Sonne scheint auch nicht immer.

Für einen mittleren Stromspeicher und die energetische Selbstversorgung eines Ortes gibt es ein existierendes Beispiel: Feldheim bei Beelitz. Der Lithium Ionen Stromspeicher wird gespeist von Windkraft und Sonnenenergie. Das Problem dabei: Lithium ist auch endlich und wird in Chile unter schwersten Bedingungen gewonnen.

Versuche gibt es, Lithium durch Natrium und Magnesium zu ersetzen. Diese beiden Mineralien sind oft vorhanden und leichter abbaubar.

Eine sehr interessante Entwicklung, um Strom zu erzeugen und zu speichern gibt es in einem Versuchsobjekt in Köln: in einem Hochtemperaturwärmespeicher wird Grüner Strom in flüssiges Salz geführt, das Salz erhitzt sich auf 560 Grad und erzeugt Wasserdampf. Dieser Wasserdampf wird dann Turbinen zugeführt, die Strom erzeugen. Die heiße Salzlake dient außerdem als Wärmespeicher.

Dasselbe Prinzip erproben die Wissenschaftler auch mit Keramik als Wärmespeicher.

Diese Form der Energieerzeugung wäre eine Möglichkeit, um die stillgelegten Kohlekraftwerke CO2-frei zu neuem Leben zu erwecken: die alten Kessel, in denen Kohle verbrannt wurde, werden mit flüssigem Salz gefüllt, durch Grünen Strom erhitzt, Wasserdampf entsteht, der mittels Turbinen neuen Strom erzeugt und ganze Städte mit Energie versorgt. Hierzu kann die vorhandene Netzinfrastruktur genutzt werden.

Im Rahmen der Energiewende wird auch schon aus Windenergie Wasserstoff erzeugt. Auch hier ist die Forschung schon weit voran geschritten.

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Energiewende voran zu bringen (auch im kleinen Format): Solarenergie aufs Dach, eine Wärmepumpe und einen Energiespeicher in den Keller und die Vernetzung mit den Nachbarn, aber auch -was jeder tun kann: Energiesparen im Alltag.

Ute Ilse Thilo

Interessante Links zum Thema Energiewende, Klimawandel von Prof. Harald Lesch auf Youtube: >> Link

2 Antworten

  1. Wind und Sonne sind nicht die Lösung. Wenn man davon ausgeht, dass Öl und Gas endlich sind, wird es eine Alternative geben müssen. Wir bräuchten aber Technologien mit einer hohen Energiedichte, was eben Wind und Sonne in unseren Regionen nicht ist. Es sind nicht nur die fehlenden Speicher, die in diesen Dimensionen überhaupt nicht darstellbar sind.Über 600 TWh/a Strom bzw 1,6 TWh pro Tag verbraucht Deutschland. Bei 14 Tagen Dunkelflaute komme ich auf Speicherkapazitäten von 22 TWh. Theoretisch bräuchte man 9.000 Pumpspeicherkraftwerke. Bis jetzt gibt es keine Speichertechnologien, die man kosten- und ressourcenmäßig abbilden kann.
    Aber das 2. Problem ist der gigantische Flächenverbrauch. Eigen Berechnungen ergeben ca. 170.000 Windkraftanlagen! Nur für den Strombereich, der nur 22% an der Gesamtenergie ausmacht.
    Ich habe zur besseren Verständlichkeit meinen Vortrag hier veröffentlicht.
    http://www.vi-rettet-brandenburg.de/intern/dokumente/Energiewende_zu_Ende_gedacht-mit%20Kommentaren.pdf

    1. Sehr geehrter Herr Ebeling,
      herzlichen Dank für die Antwort auf meinen Beitrag und den link zu Ihrer Seite der “Vernunftkraft”, den Sie auf der Vollversammlung der BVB Freie Wähler gehalten haben.
      Ute-Ilse Thilo

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